Geschichte des CV Oww
Der Sängerkreis Oberwesterwald wurde am 21. Mai 1949 im „Hotel zum „Löwen“ in Westerburg gegründet.
Die Anfänge der organisierten Sängerbewegung im Oberwesterwald liegen aber schon länger zurück und sind in der Gründung des Oberwesterwälder Sängerbundes und des Kreissängerbundes Westerburg zu sehen. Während der Oberwesterwälder Sängerbund bereits am 22. Februar 1902 im Hotel „Zur Krone“ in Hachenburg aus der Taufe gehoben wurde, vergingen fast zwei Jahrzehnte bis zur Gründung des Kreissängerbundes Westerburg im Jahre 1921.

Obgleich ein Exemplar der „Westerwälder Zeitung“, am Dienstag, den 16.06.1903 vom ersten Bundesfest des Oberwesterwälder Sängerbundes berichtet, ist leider über den Fortbestand dieses Sängerbundes und weiteren Aktivitäten nur wenig zu erfahren.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges ruht die Tätigkeit des Oberwesterwälder Sängerbundes bis in das Jahr 1921. Bisher waren im Sängerbund nur Männergesangvereine vertreten. Ab dem Jahre 1922 werden auch gemischte Chöre aufgenommen. Zu Beginn der 20er Jahre blüht das Chorwesen. Das Interesse an der Organisation der Sängerbewegung lässt aber gegen Ende des Jahrzehnts merklich nach. Im Jahre 1933 wird der Oberwesterwälder Sängerbund aufgelöst.
Die Vorsitzenden des Sängerbundes Oberwesterwald waren:
Landrat Robert Büchting, Marienberg
Landrat Artur von Lucke, Marienberg
Landrat Dr. Heinrich von Thon, Marienberg
Hauptlehrer Scheid, Alpenrod
Lehrer Emil Schürg, Erbach
Auf Initiative von Lehrer Wilhelm Scherf, damals Chorleiter des MGV „Konkordia“ Winnen, wird im Jahre 1921 der Kreissängerbund Westerburg gegründet, deren Vorsitz er übernimmt. Sein erstes Wertungssingen veranstaltet der neu gegründete Bund im November 1924 in Westerburg. Hieran nehmen 21 Vereine teil. Der erste Bundestag findet am 1. Juni 1925 in Pottum statt. Der örtliche Männergesangverein hält an diesem Tage seine Fahnenweihe. Über das Jahr 1926 hinaus ist vom Kreissängerbund Westerburg nichts mehr bekannt.
In der Zeit des Nationalsozialismus wird eine Neuordnung des Chorwesen angeordnet und staatlich reglementiert. Durch mehrere Umorganisationen kommt es zu Namensgebungen wie „Sängergruppe Oberwesterwald“, „Sängerkreis 10 Oberwesterwald im Gau 11 Nassau“, „Sängerkreis 3 Oberwesterwald“, „Sängerkreis 16 des Sängergaues 10 Hessen-Nassau“.
Infolge des II. Weltkrieges erlischt die Vereinstätigkeit fast gänzlich.
Deutschland liegt nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 weitgehend in Trümmern. Die Überlebenssicherung nach dem Krieg kennt keine humanistischen Ideale. Männer im wehrfähigen Alter sind in Gefangenschaft, vermisst oder gefallen. Trauer und Ungewissheit kennzeichnen die Stimmung. Das ist keine Zeit zum Singen und Fröhlichsein.
Drei Jahre nach Kriegsende sind die gröbsten Versorgungsschwierigkeiten endlich überwunden. Die Währungsreform setzt der wirtschaftlichen Not in Deutschland ein kaum erhofftes Ende. Die Menschen haben neue Hoffnung, Zuversicht und Mut, sich einer Neuentwicklung mitgestaltend anzuschließen. Das gilt auch für die Sängerbewegung und die Organisation ihrer Gemeinschaft. Besonders im ländlichen Raum haben sich schon zahlreiche Chöre zusammengefunden und die Probenarbeit aufgenommen. Das bodenständig kulturelle Leben stabilisiert sich zunehmend. Damit gewinnen die Gesangvereine nach und nach ihre angestammte Rolle im gesellschaftlichen Leben zurück. Die Vereine treten wieder in Kontakt zueinander und suchen gemeinsam nach verbindlichen Antworten. Die Sängerkreise bilden sich neu.
Ewald Wüst aus Westerburg ist es, der 1949 die Initiative ergreift und die Vereinsvertreter für den 21. Mai in das „Hotel zum Löwen“ nach Westerburg einlädt. Es ist die Geburtsstunde des Sängerkreises Oberwesterwald. Von den Delegierten wird Ewald Wüst auch zum Kreissängerführer (heute Vorsitzender) gewählt. 14 Vereine schließen sich zunächst dem neuen Dachverband der Oberwesterwälder Sänger an. Mit der Gründung tritt der Sängerkreis Oberwesterwald dem am 23. Januar 1949 in Koblenz gegründeten Sängerbund Rheinland-Pfalz bei. Mit Franz Josef Kexel, der 1972 zum Kreis-Chorleiter gewählt wird, übernimmt die jüngere Generation Verantwortung. Er erkennt, dass das Heranbilden junger Chorleiter dringlichste Aufgabe ist, um den Chören Dirigenten anzubieten. Diese Gedanken tragen sich bis in die heutige Zeit. Mitte der 70er Jahre finden im Sängerkreis die ersten Sängerbälle statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Alle drei Jahre werden Kreisleistungssingen und in wiederkehrendem Rhythmus Kritiksingen ausgerichtet Die kommunale Verwaltungsreform im Jahre 1974, der Oberwesterwaldkreis und der Unterwesterwaldkreis werden zu einem “Westerwaldkreis” zusammengefasst, hat keinen Einfluss auf die Sängerkreise. In Einigkeit verbleiben die beiden Kreisteile Ober- und Unterwesterwald bei ihrer Selbstständigkeit, um so eine optimale Betreuung sicherzustellen. Im gleichen Jahr begeht der Sängerkreis Oberwesterwald in Erbach sein 25-jähriges Bestehen.
Die musikalische Leitung wird Otto Eisel übertragen. Der Militärmusiker, der schon 1921 seinen Heimatverein, den MGV “Frohsinn” 1912 Seck, dirigiert hatte, begleitet das Amt bis 1956. Flächenmäßig ist der Sängerkreis Oberwesterwald relativ groß. Zu dieser Zeit sind die Straßenverhältnisse sehr schlecht. Man hat viel Mühe, die Chöre und die Versammlungen zu besuchen. So legt der Kreisvorstand anfangs die Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück.
Im Jahre 1956 übernimmt Walter Höhn aus Höhn das Amt des Kreischorleiters. Otto Eisel wird zum Ehren-Kreis-Chorleiter ernannt. Unter der Leitung von Walter Höhn, er hält das Amt bis 1972 inne, wird das musikalische Niveau stark verbessert.
Nach Ewald Wüst liegt die Führung des Sängerkreises bei Albert Nold aus Korb. Er übernimmt das Amt im Jahre 1963, muss es aber im Jahre 1968 aus gesundheitlichen Gründen weitergeben.
An seine Stelle tritt Ottmar Held, der das Amt über 20 Jahre innehat.
1971 findet in Bad Marienberg der erste Landessängertag im Sängerkreis Oberwesterwald statt.
Mit Franz Josef Kexel, der 1972 zum Kreis-Chorleiter gewählt wird, übernimmt die jüngere Generation Verantwortung. Er erkennt, dass das Heranbilden junger Chorleiter dringlichste Aufgabe ist, um den Chören Dirigenten anzubieten. Diese Gedanken tragen sich bis in die heutige Zeit. Mitte der 70er Jahre finden im Sängerkreis die ersten Sängerbälle statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Alle drei Jahre werden Kreisleistungssingen und in wiederkehrendem Rhythmus Kritiksingen ausgerichtet Die kommunale Verwaltungsreform im Jahre 1974, der Oberwesterwaldkreis und der Unterwesterwaldkreis werden zu einem “Westerwaldkreis” zusammengefasst, hat keinen Einfluss auf die Sängerkreise. In Einigkeit verbleiben die beiden Kreisteile Ober- und Unterwesterwald bei ihrer Selbstständigkeit, um so eine optimale Betreuung sicherzustellen. Im gleichen Jahr begeht der Sängerkreis Oberwesterwald in Erbach sein 25-jähriges Bestehen.
1985 werden in Benni Hoffmann und Helmut Jung zwei langjährige Vorstandsmitglieder des Sängerkreises verabschiedet.
Im Jahre 1991 gibt es wieder einschneidende Änderungen im Vorstand des Sängerkreises
Heini Jung aus Kölbingen tritt an die Stelle von Ottmar Held und Karl-Wilhelm Dünnes aus Westerburg-Gershasen ist der neue Kreis-Chorleiter.
Am Zentralen Ehrungstag 1991 in Wahlrod werden Ottmar Held zum Ehrenvorsitzenden und Franz-Josef Kexel zum Ehren-Kreis-Chorleiter ernannt. 1996 zeichnet der Sängerkreis Oberwesterwald wieder verantwortlich für die Ausrichtung des Landes-Sängertages, der in Westerburg stattfindet.
Auf dem Kreis-Sängertag in Hachenburg im Jahre 2000 legt Heini Jung das Amt des Vorsitzenden in die Hände von Dieter Zimmer aus Steinebach an der Wied. Die Anwesenden des Sängertages beschließen einstimmig, Heini Jung zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.
Im Jahre 2002 gibt sich der Sängerkreis Oberwesterwald ein neues Logo. Das alte Wappen des ehemaligen Oberwesterwaldkreises und die Westerwälder Farben Blau/Grau standen bei bei dem Entwurf von Ulrich Schlag Pate.
Der Sängertag am 19. Oktober 2003 in Hattert bringt im Vorstand eine kleine Veränderung. Nach 12 Jahren Tätigkeit als Kreis-Chorleiter legt Karl-Wilhelm Dünnes das Amt in die Hände seiner Stellvertreterin Lieselene Schlaug-Pfeifer. Mit Joachim Klöckner aus Kundert ist auch die Funktion des Kassenwartes neu besetzt.
Die Namensänderung beim Sängertag am 22.10.2005 in Stockum-Püschen, der Sängerkreis Oberwesterwald führt fortan den Name “Kreis- Chorverband Oberwesterwald”.
Im Oktober 2006 finden anläßlich des Sängertages in Nistertal Neuwahlen statt. Die Führung des Kreischorverbadesn erhält eine Änderung. Dieter Orthey aus Müschenbach wird zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 2. Vorsitzende Ulrich Schlag, der wegen eines Klinkaufenthaltes nicht anwesend sein kann, kandidiert aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt.. Sein Nachfolger ist Hubertus Ferger aus Stockum-Püschen.
Beim Sängertag 2009 in Sainscheid erhält der bisherige Vorsitzende Dieter Orthey in einer Kampfabstimmung 53 von 57 möglichen Stimmen und steht somit die nächsten drei Jahre dem Kreis-Chorverband Oberwesterwald vor. Sein Stellvertreter ist nunmehr Rüdiger Herling aus Bellingen. Dessen Vorgänger, Hubertus Ferger, schied aus privaten Gründen aus dem Vorstand aus. Auch das Amt des Pressereferenten wird neu besetzt: Jürgen Baum legte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Uli Schlag aus Kölbingen hat nun seine Aufgabe übernommen. In den Vorstand wieder gewählt werden: Geschäftsführer Lothar Riebel, Kreis-Chorleiterin Lieselene Schlaug-Pfeiffer, Aktivenvertreterin Monika Klöckner, Schatzmeister Joachim Klöckner sowie Kinder- und Jugendreferentin Dorothea Raukes. Beisitzerin ist Sheila Nagel.
Aus Anlass seines 60- jährigen Bestehens veranstaltet der Kreis-Chorverband Oberwesterwald im November 2009 ein Konzert mit geistlichen Werken in der Basilika zu Marienstatt. Gestaltet wird dieses anspruchsvolle Konzert von der Chorgemeinschaft Wahlrod, der Sängervereinigung 1852 Westerburg, dem Gemischten Chor Frohsinn Hirtscheid, dem Gemischten Chor Steinebach/Schmidthahn, dem MGV Liederkranz Luckenbach, dem MGV 1926 Müschenbach und den Mixed Allegro Singers aus Müschenbach sowie Konstanze Pfeiffer an der Orgel. Mehr als 600 Zuhörer besuchen das Konzert. Der Spendenerlös aus der Veranstaltung kommt den Jugend- und Kinderchören des Kreis-Chorverbandes Oberwesterwald zugute.
Geschichte und Entwicklung des CV Uww – 1921 bis zum 75 jährigen Jubliäum
(Chronik des Chorverbandes Unterwesterwald, die anlässlich des 75. Jubiläums erstellt wurde)
Es war am 24. November 1921 in Wirges. Im Saale des Gasthauses „Krone“ hatten sich die Vertreter einiger Männer-Gesangvereine unserer Heimat eingefunden. Die Vereine gehörten dem Gau Nassau des Sängerbundes Hessen-Nassau an. Das Treffen war zustande gekommen, weil viele Vereine über eine Vernachlässigung durch den Gau Nassau und einige Missstände klagten. Nach einer eingehenden Diskussion kam man zu dem Schluß, daß nur ein Loslösen aus dem Gau eine Besserung bringen würde, und so wurde die Bildung eines Sängerkreises beschlossen.
Leider sind infolge der Ereignisse des letzten Krieges die Protokolle und Aufzeichnungen verschollen. Jedoch ist durch mündliche Überlieferung einiger alter Sänger bekannt, dass der Vereinigung zunächst 26 – 28 Vereine angehörten, Herr Rudolf Schmidt, Wirges, zum Vorsitzenden und Herr Andreas Himmerich, Wirges, zum Kassierer und Schriftführer von der Versammlung gewählt wurden. Weiterhin gehörte Herr Peter Simon aus Niederelbert als Vorsitzender der dortigen Sängergruppe dem Vorstand an.
Als 2-3 Jahre später Herr Rudolf Schmidt den Vorsitz aus beruflichen Gründen niederlegte, wurde Herr Adam Schräder aus Siershahn zum Vorsitzenden gewählt.
In diese Zeit fällt auch das Zugehen der Gruppe „Wällerstein“ mit den Vereinen in und um Weroth, so daß der Kreis nun aus 45 – 46 Vereinen bestand. Herr Adolf Pöhler aus Montabaur wurde 2. Vorsitzender, Herr Josef Müller aus Montabaur Kreischormeister und Herr Kilian aus Niederelbert, der anstelle von Peter Simon Gruppenvorsitzender geworden war, sowie Herr Eidt aus Weroth als dortiger Gruppenvorsitzender, Mitglieder des Vorstandes. Nach einer Trennung des Amtes des Kassenwartes und Schriftführers wurde Herr Roos aus Wirges Schriftführer.
Als eine der ersten größeren Veranstaltungen fand im Jahre 1922 in Baumbach die Versammlung des Nassauischen Sängerbundes statt. Ein erstes Kritik-Singen veranstaltete der Kreis 1934 in Wirges.
Damals hatte der Kreis die Bezeichnung „Sängerkreis VIII Westerwald im Gau XI Nassau“.
An diesem Kritik-Singen haben 35 Vereine mitgewirkt, und die Presse schrieb von einer Teilnahme von nahezu 3000 Sängern.
Erst von 1936 an liegen heute noch schriftliche Unterlagen und Protokolle über den Sängerkreis vor. Im Jahre 1936 bestand der Kreisvorstand, damals Kreisführerrat genannt, aus folgenden Sängern:
1. Vorsitzender (Kreisführer): Adam Schräder, Siershahn; 2. Vorsitzender: Adolf Pöhler, Montabaur; Kreiskassenwart: Andreas Himmerich, Wirges; Kreisschriftwart: Ewald Hammer, Ransbach; Kreischormeister: Josef Müller, Montabaur; Stellvertreter und Musikbeirat: Karl Marx, Eitelborn und Wilhelm Kirberger, Höhr-Grenzhausen; Pressewarte: Carl Brüggermann, Wirges; Hilfsgeschäftsführer: Ludwig Schräder, Siershahn; Gruppenvorsitzende: Gruppe 1: Willy Ramb, Ransbach; Gruppe 2: Johann Kilian, Niederelbert; Gruppe 3: Kaspar Solbach, Ruppach-Goldhausen; Gruppe 4: Arnold Müller, Höhr-Grenzhausen; Gruppe 5: Hermann Schäfer, Maxsain;
Ehrenmitglied: Peter Simon, Niederelbert.
Der Sängerkreis nannte sich inzwischen „Sängerkreis 9 Unterwesterwald“. Im gleichen Jahr wurde durch den Gau-Chormeister, Herrn Dr. Lange aus Frankfurt, in Montabaur ein Chorleiterlehrgang abgehalten. Am 21.06.1930 wurde ein Wertungssingen in Montabaur durchgeführt. Es nahmen 16 Vereine aus der Gruppe 2 und 3 mit insgesamt 568 Sängern daran teil. Im Jahre 1937 fand am 23.05. in Montabaur vormittags der Sängertag des Sängergaues Nassau statt, dem Vereine bis in den Frankfurt-Wiesbadener Raum angehörten und rund 2000 Sänger zur Tagung schickten. Am gleichen Tag veranstaltete der Kreis ein Konzert. Außerdem nahmen im gleichen Jahr 18 Vereine des Kreises am Fest des Deutschen Sängerbundes in Breslau teil.
Aus Altersgründen trat am 28.11.1937 Herr Josef Müller von seinem Amt als Kreischormeister zurück. Nachfolger wurde Herr Karl Marx aus Eitelborn, während Herr Müller zum Ehrenkreischorleiter ernannt wurde. Gleichzeitig wurde anstelle des Musikbeirates für jede Gruppe ein Gruppen-Chormeister berufen, welche dem Kreisvorstand angehörten. Es waren dieses für die Gruppe 1 Herr Holzchen, Eschelbach; Gruppe 2 Herr Labonte, Arzbach; Gruppe 3 Herr Reusch, Girod; Gruppe 4 Herr Kirberger, Höhr-Grenzhausen; Gruppe 5 Herr Bartsch, Marienrachdorf. Außerdem wurde Herr Johann Eidt als neuer Vorsitzender für die Gruppe 3 in den Kreisvorstand aufgenommen.
Der Kreis bestand zu diesem Zeitpunkt aus 67 Vereinen.
Im Jahre 1938 wurden die Wertungssingen der restlichen 3 Gruppen in Siershahn, Höhr-Grenzhausen und Maxsain durchgeführt. Man kann aus den Veranstaltungen der Jahre 1936 bis 1938 entnehmen, wie rege das Sängerleben in unserem Kreise war.
Es wurden viele Sängerfeste, Wertungssingen und andere Veranstaltungen abgehalten.
Auch im Jahre 1939 war das Leben zu Beginn noch rege, wurde aber gegen Ende des Jahres durch die Einwirkung des Krieges schon stark eingeschränkt. In den folgenden Jahren ging die Tätigkeit der Vereine immer stärker zurück, bis schließlich fast jede Tätigkeit eingestellt werden musste.
Erst im Jahre 1949 lebte der Sängerkreis wieder neu auf.
Am 28.05.1949 trafen sich im Gesellenhaus in Montabaur die Vertreter; etwa die Hälfte der wiedererstandenen bzw. neu gegründeten Vereine des Kreises.
Inzwischen war ein Sängerbund „Rheinland-Pfalz“ neu entstanden und hielt der Bundes-Schatzmeister vor den versammelten Vertretern der Vereine eine Ansprache. Die Versammlung entschloss sich, den durch den Krieg ruhenden Sängerkreis „Unterwesterwald“ wieder aufleben zu lassen und dem Sängerbund „Rheinland-Pfalz“ beizutreten.
Durch den Krieg lebten viele der ehemaligen Kreisvorstandsmitglieder nicht mehr und es musste ein neuer Vorstand gewählt werden.
1. Vorsitzender: Nikolaus Ferdinand, Untershausen; 2. Vorsitzender: Willy Ramb, Wirges; Kassierer: Erich Henkes, Wirges; Schriftführer: Adolf Pöhler, Montabaur; Kreischormeister: Karl Marx, Eitelborn; Vertreter: Ernst Hebgen, Weroth; Vorsitzender Gruppe 1: Willy Ramb, Wirges; Vorsitzender Gruppe 2: Johann Kilian, Niederelbert; Vorsitzender Gruppe 3: Johann Eidt, Weroth; Vorsitzender Gruppe 4: Arnold Müller, Höhr-Grenzhausen; Vorsitzender Gruppe 5: Hermann Schäfer, Maxsein
Der Kreis bestand 1950 aus 53 Vereinen mit über 2200 Sängern und Sängerinnen. Im selben Jahr wurde auch das erste Kreisfest nach dem Kriege in Dernbach durchgeführt.
Bereits im Jahre 1952 war die Zahl der Mitgliedsvereine auf 70 gestiegen und war der Sängerkreis 11 Unterwesterwald der zweitgrößte im Sängerbund Rheinland-Pfalz. Er hatte 2892 aktive und 2047 passive Mitglieder.
Der in diesem Jahr neugewählte Musikausschuss des Kreises bestand aus dem Kreischormeister Karl Marx, Eitelborn, seinem Stellvertreter, Herrn Hebgen, Weroth und den Gruppenchormeistern der Gruppe 1 Nikolaus Zimmermann, Dernbach; Gruppe 2 Schubert, Montabaur; Gruppe 3 Ernst Hebgen, Weroth; Gruppe 4 Wilhelm Kirberger, Höhr-Grenzhausen; Gruppe 5 Paul Rüb, Maxsain
Im Jahre 1954 fand am 09.05. in Montabaur das erste Leistungssingen des Sängerkreises 11 Unterwesterwald statt. Hieran nahmen 19 Vereine von den inzwischen 76 Vereinen des Kreises teil, wobei hervorragende Leistungen geboten wurden.
Am 18.11.1954 traf den Sängerkreis 11 dann ein harter Schlag. Der Vorsitzende, Nikolaus Ferdinand, starb nach längerer Krankheit. Nachfolger als Kreisvorsitzender wurde Herr Albert Schaaf, und für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Kreischormeister Adolf Marx übernahm Herr Wilhelm Kirberger aus Höhr-Grenzhausen das Amt des Kreischormeisters. Die Versammlung ernannte Herrn Marx zum Ehrenchormeister und wählte Herrn Solbach aus Goldhausen zum 2. Vorsitzenden.
Der Vorstand wurde 1957 neu gewählt und setzte sich zusammen aus dem
1. Vorsitzenden Peter Ramb, Ransbach; 2. Vorsitzenden Paul Tisson, Hilgert; Kreisschatzmeister Karl Herborn, Dahlen; Geschäftsführer Albert Schaaf, Bannberscheid; Kreischorleiter Wilhelm Kirberger, Höhr-Grenzhausen; Vertreter Alfred Neuroth; Pressereferent Nink
sowie den 5 Gruppen-Vorsitzenden und 5 Gruppen-Chormeistern.
In den letzten 15 Jahren ist der Kreisvorstand sehr rege gewesen, und es wäre verfehlt, an dieser Stelle sämtliche Veranstaltungen, Versammlungen usw. des Kreises aufzuzählen. Die wichtigsten sollen jedoch nicht unerwähnt bleiben und waren diese:
die Kreisleistungssingen
1958 in Weroth,
1963 in Ransbach und
1967 in Dernbach,
die Kreissängerfeste
1956 in Wirges,
1961 in Siershahn,
1966 in Eitelborn
das Bezirksleistungssingen
1964 in Selters,
der Landessängertag des Sängerbundes Rheinland-Pfalz
1960 in Höhr-Grenzhausen sowie
das Bundeschorkonzert des Sängerbundes Rheinland-Pfalz
1965 in Höhr-Grenzhausen.
Hier schließt die Chronik (Ende 1969), von Sangesfreund und Gruppenvorsitzender der Sängergruppe IV, Klaus Lenners, Höhr-Grenzhausen, erstellt.
Geschichte und Entwicklung
(Chronik des Sängerkreises Unterwesterwald für den Zeitraum 1970 bis 1997)
Da wohl kaum jemand besser über das Vereinsgeschehen bzw die Höhepunkte während der letzten 25 Jahre im Chorwesen unserer Heimat besser informiert ist, als unser Kreisvorsitzender Willi Fries, „bauftragte“ man ihn mit der Erstellung der folgenden Chronik.
Der traditionsreichen „Sängervereinigung 1870 ‘Frohsinn’ Wirges“ wurde aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens die Ausrichtung übertragen. Unter der glänzenden Regie ihres damaligen 1. Vorsitzenden Erich Henkes (er führte den leistungsstarken ‘Frohsinn’ nicht, nein, er „regierte“ den Chor im positivsten Sinne!) wurde das Kreischorfest in Verbindung mit dem beachtlichen Jubiläum – unter Mitwirkung von 44 Vereinen – zu einer eindrucksvollen Demonstration für den Chorgesang.
Bei dieser Gelegenheit erinnert sich der Chronist eines nachhaltigen Erlebnisses: Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des MGV ‘Freundschaft’ Elgendorf im Jahre 1961 stand der 80 Mann „starke“ ‘Frohsinn Wirges’ auf der Bühne und trug meisterlich den für ihn „maßgeschneiderten“ Chor: „Wie ein Donner hallt das Wort!“ vor.
Und als hätte der Himmel es vernommen, entlud sich – Ironie des Schicksals ? – urplötzlich ein gewaltiges Unwetter über das Festzelt. Die Mächte des Himmels vermochten zwar das Zelt nicht zu erschüttern – wohl aber der „stimmgewaltige, großartige“ ‘Frohsinn’ !
1970 – der Vorstand hatte zur Jahrestagung nach Steinefrenz eingeladen; so auch einen „37 Jahre jungen Sänger aus Quirnbach“, der die vakante Stelle des Schatzmeisters übernehmen sollte. Am gleichen Tage sollte auch die Position des 1. Vorsitzenden neu besetzt werden, da Sangesfreund (SF) Peter Ramb – nach 9-jähriger Amtszeit – nicht mehr kandidierte. Für seine Nachfolge war im Vorfeld der Wahltagung auch schon eine namhafte Persönlichkeit aus dem Chorwesen gefunden worden. Aber es kam alles anders: Aus der Versammlung wurde der o.g. relativ unbekannte junge Sänger (er war vorher nie Vorstandsmitglied) als weiterer Kandidat vorgeschlagen, und mit großer Mehrheit wählte die Versammlung Willi Fries zum neuen Vorsitzenden des Sängerkreises Unterwesterwald (SK Uww).Er führte sich eindrucksvoll ein mit einem besonderen, verpflichtenden Leitspruch: „Diene dem Land, das Dich geboren, denn in der Heimat liegt die Kraft; der hat sich selber schon verloren, der nicht für die Heimat schafft !“
Seine erste „Amtshandlung“ war sodann die Verabschiedung des verdienten, alten SF Peter Ramb. Auf Vorschlag des neuen Vorsitzenden wurde SF Peter Ramb für seine großen Verdienste um den SK Uww zum Ehrenvorsitzenden gewählt und ernannt.
Der Vorstand setzte sich zum 50-jährigen Jubiläum wie folgt darstellte:
1. Vorsitzender Willi Fries, Quirnbach; 2. Vorsitzender Paul Tisson, Hilgert; Kreisschatzmeister Karl-Heinz Werner, Höhr-Grenzhausen; Geschäftsführer Werner Fries, Höhr-Grenzhausen; Kreischorleiter Rudi Gelhard, Ransbach; Vertreter Wilhelm Kirberger, Höhr-Grenzhausen; Pressereferent Siegfried Friedrich, Wirges; Gruppen-Vorsitzender Gr. I Berni Hölzgen, Leuterod; Gruppen-Vorsitzender Gr. II Wolfgang Jäger, Neuhäusel; Gruppen-Vorsitzender Gr. III Josef Kaspari, Ruppach-Goldhausen; Gruppen-Vorsitzender Gr. IV Klaus Lenners, Höhr-Grenzhausen; Gruppen-Vorsitzender Gr. V Joachim Loppnow, Selters; Gruppen-Chorleiter Gr. I Günter Pörtner, Obererbach
Gruppen-Chorleiter Gr. II Alfred Wallroth, Arzbach; Gruppen-Chorleiter Gr. III Alois Sucke, Obererbach; Gruppen-Chorleiter Gr. IV Rudolf Gelhard, Ransbach; Gruppen-Chorleiter Gr. V Günter Schneider, Herschbach
Ein absoluter Höhepunkt in der Geschichte des SK Uww wurde das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen. Am Morgen des 24.10.1971 fand in der Aula der Realschule Höhr-Grenzhausen ein vielbeachteter Festakt statt, dem sich am Nachmittag ein großartiges Festkonzert anschloss.
Die Zeit der 70er Jahre stand erfreulicherweise unter einem echten Boom der Neugründung von Kinder- und Jugendchören. In über 20 Vereinsorten engagierten sich Vorstände und Chorleiter, zum Teil mit leidenschaftlicher Hingabe und unter großen Opfern an Zeit, Mühe, finanziellem Aufwand und versuchten, durch die besondere Pflege ihrer Kinderchöre den Nachwuchs für ihre Erwachsenenchöre zu erhalten. Jedoch schon in wenigen Jahren kam der Großteil der hoffnungsvollen Nachwuchschöre zum Erliegen. Es lag im Besonderen daran, daß man keine geeigneten Chorleiter mehr fand, daß es an der Unterstützung durch idealisierte Betreuer mangelte – aber leider sogar auch an den erforderlichen beachtlichen finanziellen Mitteln.
So müssen wir leider feststellen, daß von den ersten Kinderchören heute lediglich der 1975 gegründete Kinderchor von Welschneudorf auch nach 22 Jahren noch existiert. Wie wertvoll sich der „Unterhalt“ dieses liebenswerten Chores für den MGV ‘Eintracht’ Welschneudorf „rentiert“ hat, zeigt die Tatsache, daß aus diesem Kinderchor eine ganze Reihe von überdurchschnittlichen Sängern, die fast alle auch solistisch in Erscheinung treten können, hervorgegangen sind; besonders zu erwähnen der überragende Solist Marco Kilian, welcher inzwischen schon eine hoffnungsvolle Karriere am Theater der Stadt Koblenz begonnen hat. Hier darf ich auch einmal die großen Verdienste bei der Gründung des Kinderchores durch den damaligen Vorsitzenden, unseren langjährigen Vorstandskollegen und 2. Vorsitzenden SF Werner Meuer nennen sowie den musikalischen Leiter, Alfred Wallroth, Arzbach, der diesen Kinderchor mit seltener Hingabe 10 Jahre bis ins hohe Alter betreute.
In dieser Zeit der Hochkonjunktur für Kinderchöre fanden im Sängerkreis eine Reihe von vielbeachteten Kreiskinder-Chorkonzerten statt, so das 1. Konzert am 9. Nov. 1975 in Leuterod.
Am 28. Nov. 1976 richteten die Freunde vom MGV ‘Cäcilia’ Ruppach-Goldhausen das 2. Kreiskinder-Chorkonzert aus. Es folgte am 23. Okt. 1977 das 3. Kreiskinder-Chorkonzert, Ausrichter die Freunde vom MGV ‘1875’ Nauort. Am 2. Dez. 1979 war dann der MGV ‘Concordia’ Mogendorf, Ausrichter des 4. Gemeinschaftskonzertes der Kinder- und Jugendchöre des SK.
Ebenfalls in die 70er Jahre fällt der Beginn des neuen Leistungswettbewerbes des Sängerbundes Rheinland-Pfalz, das sog. „Meisterchor-Singen“. In einem 3-stufigen Chorwettbewerb (Kreisleistungssingen, Regionalsingen, Meisterchorsingen) müssen sich die Bewerber unter hohen Anforderungen den Wertungsrichtern stellen. Erst nach erfolgreicher Teilnahme an allen 3 Leistungsstufen können die Chöre den Titel eines „Meisterchores vom Sängerbund Rheinland-Pfalz“ 4 Jahre tragen.
Mit berechtigtem Stolz darf ich feststellen, dass in den Jahren 1976 bis 1996 26 Chöre des SK Uww 43 mal den begehrten Titel „Meisterchor“ errungen haben. Mit dieser großartigen Bilanz nimmt unser Sängerkreis im Sängerbund eine absolute Ausnahmestellung ein! Besonders zu erwähnen: der MGV ‘Frohsinn’ Herschbach konnte den Titel „Meisterchor“ schon 4 mal erringen, die Chöre vom MGV 1866 Eitelborn, MGV 1875 Nauort und ‘Frohsinn’ Wirges bereits 3 mal.
Bestärkt durch diese großartigen Erfolge führte der SK Uww 1979 in Siershahn und 1992 in Heiligenroth Gemeinschaftskonzerte „seiner Meisterchöre“ durch, die eine beachtliche Resonanz und hervorragende Kritik fanden.
Es ehrt die Freunde vom MGV ‘Eintracht’ Siershahn, dass sie 4 mal Ausrichter der 3. Stufe (Endstufe) des Meisterchor-Singens vom Sängerbund Rheinland-Pfalz sein durften, besondere Ehre auch für den MGV ‘Frohsinn-Arion’ Ransbach sowie den MGV ‘Eintracht’ Nentershausen, die ebenfalls je einmal dieses besondere Leistungssingen ausrichten konnten.
Besonderer Höhepunkt für den SK Uww war die ehrenvolle Auszeichnung ihres 1. Vorsitzenden Willi Fries mit der „Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Landrat Dr. Norbert Heinen am 24. Jan 1981 anlässlich einer Feierstunde im Kreishaus Montabaur.
Weitere Höhepunkte in der Geschichte des SK Uww: die Kreissängerfeste 1975 in Nauort, 1980 in Ebernhahn sowie 1985 in Siershahn, allesamt eindrucksvolle Demonstrationen für den heimischen Chorgesang.
Ein weiterer unvergesslicher Höhepunkt für den SK Uww war die Ausrichtung des Landessängertages vom Sängerbund Rheinland-Pfalz am 20.03.1982 in Wirges. Am gleichen Tage wurde Willi Fries zum Regionalvorsitzenden gewählt und somit Mitglied vom Vorstand des Sängerbundes Rheinland-Pfalz.
Dank der hervorragenden Unterstützung der Freunde vom ‘Frohsinn’ Wirges, dem ‘Thalianer-Chor’ Ebernhahn, dem ‘Grau-Blau-Ballett’ Höhr-Grenzhausen klang der niveauvolle Sängertag in einer frohen Sängerrunde beispiellos harmonisch aus (für den Chronisten der „schönste Geburtstag seines Lebens!“); einhelliger Tenor der Teilnehmer aus allen Kreisen des Landes Rheinland-Pfalz: „Einer der besten Sängertage seit der Gründung des Sängerbundes Rheinland-Pfalz“.
Die Besetzung des Vorstandes vom SK Uww hat sich in den vergangenen 25 Jahren – abgesehen von den Mitgliedern, die wir durch Tod verloren – nur relativ selten geändert.
Zum 31.12.1983 legte Kreischorleiter Rudolf Gelhard nach 17-jähriger sehr guter Arbeit sein Amt nieder. Zum Abschied verlieh ihm die Kreisversammlung in dankbarer Anerkennung den Titel eines „Ehren-Kreischorleiters“. Nachfolger von Rudolf Gelhard wurde der „blutjunge“ Chorleiter Hubertus Weimer, Wallmerod, welcher alsbald die Chorszene durch Übernahme etlicher Chöre, Gründung eines großartigen Quartetts (Lindenquartett Weimer), dem später ein größerer Auswahlchor (Kammerchor „Vocal Total“) folgte, maßgeblich mitgestaltete.
Am 13.03.1994 verstarb plötzlich eine überragende Dirigentenpersönlichkeit aus dem deutschen Chorwesen: „Unser“ SF Hans Lingerhand, Ransbach-Baumbach. Über 4 Jahrzehnte hatte er mit seinen Chören aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen Chorgesang in hervorragender Qualität demonstriert.
Beim Sängertag 1995 in Montabaur wurde die Funktion des 2. Vorsitzenden laut Beschluss dahingehend geändert, dass die 5 Gruppenvorsitzenden gleichrangig zu stellv. Vorsitzenden im SK Uww ernannt wurden.
Vorstand des SK Uww im Jubiläumsjahr 1997
| Vorsitzender | Willi Fries, Helferskirchen |
| Schatzmeister | Raimund Schäfer, Ruppach-Goldhausen |
| Geschäftsführer | Herbert Malm, Weroth |
| Frauenreferentin | Walburga Lingerhand, Ransbach-Baumbach |
| Pressereferent | Hermann-Josef Steinebach, Ötzingen |
| Jugendreferentin | Ute Lingerhand, Dernbach |
| Chorleiter | Hubertus Weimer, Molsber |
| Stellv. Chorleiter | Ulrich Wallroth, Arzbach |
| Sängergruppe 1 | Norbert Görg, Ebernhahn |
| Sängergruppe 2 | Klemens Haberstock, Stahlhofen |
| Sängergruppe 3 | Josef Kaspari, Ruppach-Goldhausen |
| Sängergruppe 4 | Karl-Heinz Gelhard, Höhr-Grenzhausen |
| Sängergruppe 5 | Ernst-Hermann Weißenborn, Selters |

Vorstand Sängerkreis Unterwesterwald im Jubiläumsjahr 1997 – v.l.n.r. Hermann-Josef Steinebach, Klemens Haberstock, Raimund Schäfer, Ute Lingerhand, Herbert Malm, Josef Kaspari, Willi Fries, Walburga Lingerhand, Norbert Görg, Ernst-Hermann Weißenborn, Ulrich Wallroth, Karl-Heinz Gelhard – es fehlt Hubertus Weimer (Foto Görg Montabaur).
Der Sängerkreis Unterwesterwald konnte im Jahr 1997 auf 75 Jahre zurückblieben. Dieser Geburtstag wurde auch entsprechend gefeiert. Am 20.04.1997 lud der Sängerkreis die Vereine und viel Ehrengäste aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu einem würdevollen Festakt in das Bürgerhaus Wirges ein. Abgeschlossen wurde der Festtag mit einem Festkonzert, ebenfalls im Bürgerhaus Wirges, in dem am gleichen Tag namhafte Chöre aus dem Sängerkreis die gesamte Bandbreite der erfolgreichen chorischen Aktivitäten vorstellen und die zahlreichen Besucher begeisterten.
2001 endete eine Ära – nach über 30 Jahren als Kreisvorsitzender, legte Willi Fries sein Amt nieder und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In der langen Zeit seines Wirkens nahm er maßgeblichen Einfluss auf die chorische Entwicklung im Sängerkreis Unterwesterwald und vertrat in auf allen Ebenen bestens.
Als Nachfolger als Kreisvorsitzender wurde Hermann-Josef Steinebach gewählt, den eine tatkräftiges Vorstandsteam unterstützte. Mit Raimund Schäfer für die Finanzen, Franz Hindsches für die Geschäftsführung, Walter Frink für die Jugendarbeit und Mario Siry für die musikalische Verantwortung stand neben anderen ein Team zur Verfügung, das auch neue Wege beschritt.
Im zweijährigen Rhythmus wurde ChorAktiv ins Leben gerufen, eine OpenAir-Chor-Veranstaltung nach dem Motto „Chorsingen aktiv erleben und genießen“ bei dem sich Chöre des Sängerkreises in lockerer Form präsentieren und aktiv für das Chorsingen warben. Die besondere Form war so ausgerichtet, dass hier auch insbesondere Besucher angesprochen wurden, die bislang noch keinen Bezug zum Chorsingen hatten und die Möglichkeit wahrnehmen konnten, für eine selbstbestimmte Zeitdauer sich diesem Genuss hinzugeben. Mit der Einbindung von Offenen Singen wurde auch die Besucher aktiv eingebunden. Diese Veranstaltung wurde bislang auf den Markt- oder zentralen Plätzen von Montabaur, Ransbach-Baumbach und Bad Marienberg durchgeführt.
Ebenfalls zu einer regelmäßigen Veranstaltung wurden die Kinder- und Jugendchorkonzerte, ebenfalls im 2jährigen Rhythmus, bei dem die Kinderchöre des Sängerkreises die Möglichkeit hatten, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Dieser Kinder- und Jugendchorbereich liegt der Sängerkreis besonders am Herzen und wird nach besten Kräften unterstützt und gefördert. In den folgenden Jahren wurden immer wieder Überlegungen gestartet, ob es nicht sinnvoll sein, die beiden eigenständigen Sängerkreise, später auf Initiative des Chorverbandes Rheinland-Pfalz in Chorverbände umbenannt, zusammen zu führen, um, wie auch auf der politischen Ebene, die Kräfte für den gesamten Westerwald zu bündeln.
In den Jahre 2013, 2014 wurden diese Überlegungen konkretisiert. Ein Projektteam befasste sich mit der Thematik und bereitete alles für eine Fusion Erforderliche vor. Eine neue gemeinsame Satzung wurde entwickelt, eine Fusionsvereinbarung erstellt und unter notarieller Begleitung wurde die Fusion von den beiden eigenständigen Kreis-Chorverbänden Oberwesterwald und Unterwesterwald wurde zum gemeinsamen Chorverband Westerwald durchgeführt. In eigenständigen Mitgliederversammlungen von Unterwesterwald und Oberwesterwald wurde die Beendigung der Eigenständigkeit und in einer anschließenden gemeinsamen Mitgliederversammlung die Fusion zum gemeinsamen Chorverband Westerwald beschlossen.

v.l.n.r. Karl Wolff (Pras CVRlp), Rüdiger Herling, Landrat Achim Schwickert, Dieter Orthey, Heide Rupp, Hermann-Josef Steinebach, Notar Dr. Braun, Dorothee Hoffmann, Alfred Labonte, Lieselene Schlaug-Pfeiffer, Raimund Schäfer, Lothar Riebel, Timo Krämer, Mario Siry
Der neu gewählte Vorstand bestand aus dem Vorsitzender Alfred Labonte, Horbach, der Stellvertretung Dieter Orthey, Müschenbach, dem Kassierer Raimund Schäfer, Ruppach-Goldhausen, dem Geschäftsführer Lothar Riebel, Renneord und der Stellvertretung Timo Krämer, Obererbach, der musikalischen Leitung Mario Siry, Großholbach und der Stellvertretung Lieselene Schlaug-Pfeifer, Müschenbach und den Aktivenvertretungen Heide Rupp, Nordhofen und Dorothe Hofmann, Kundert. Diese Fusion fand in Hachenburg statt und wurde mit einen weltlichen und einem kirchlichen Konzert auch entsprechend musikalisch gewürdigt.
In den folgenden Jahren reifte die Idee, neben den bisher schon initialisierten Chor-Veranstaltungen wie ChorAktiv und das Kinder- und Jugendchorkonzert eine große Chorveranstaltung für den gesamten Westerwald ins Leben zu rufen. 2019 war es soweit. Das 1. Westerwälder Chorfest wurde ins Leben gerufen. Hierfür konnte man keinen besseren Auftrittsort wie den Stöffelpark in Enspel aussuchen. Die Ausschreibung für die Teilnahem wurde veröffentlicht und sage und schreibe über 50 Chöre meldeten sich für die Teilnahname. An vier Auftrittsorten im Stöffelpark, Open-Air auf der Natürbühne, oder in Räumlichkeiten wie der alten Schmiede fand man eine eindrucksvolle Location, die seines gleichen sucht. Dieses Chorfest wurde ein großes Chor- und Familienfest, bei dem alle Chorbereiche des Westerwaldes vertreten waren und bei dem, mit Unterstützung der benachbarten Chöre aus Fehl-Ritzhausen, Hirtscheid und Stockum-Püschen auch das leibliche Wohl zufrieden gestellt wurden. Auch für die Kleinen waren verschiedene Angebote geschaffen worden – eine rundherum gelungene Veranstaltung, bei der auch das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte. Mario Siry, als musikalisch Verantwortlicher, gelang es, die Auftritte mit einem exakten Auftrittsplan für parallel 4 Bühnen bestens zu koordinieren. Neben der Präsentation der Chöre waren in das Programm auch mehrere Workshops und auch Offene Singen eingebunden, in die auch die Besucher einbezogen wurden. Die Resonanz war so gut, dass es klar war, dass dieses Westerwälder Chorfest keine einmalige Veranstaltung bleiben sollte. Die Corona-Krise, ab dem Jahr 2020 beeinträchtigte das Chorsingen für die nächsten beiden Jahre massiv. Bedingt durch das Verbot von Zusammenkünften und später durch verfügte Abstandsgebote nahmen vielen Chöre Abstand von der regelmäßigen Probenarbeit und setzen Ihre Aktivitäten erst mal auf Pausezustand. Viele Chöre nahmen aber auch Alternative in Anspruch, wie Online-Proben, Proben mit Mindestabstand, als öffentlich Proben unter diesen Voraussetzungen wieder möglich war. Alles im allem war es eine schwierige Zeit für das gesellschaftliche Miteinander und das Chorsingen im Besonderen und viele Chöre verloren dadurch auch explizit Aktive. In den Jahren ab 2022 normalisierte sich die Situation wieder und auch die Durchführung von Chor-Veranstaltungen nahm wieder zu, obwohl es doch eine lange Zeit dauere, bis wieder ein einigermaßen Normalzustand zu verzeichnen war.
In diese Nach-Corona-Zeit fielen auch die Festivitäten zum 100jährigen Jubiläum des Chorverbandes Westerwald. Das hierfür eingerichtet Projektteam hatte sich verschiedene Veranstaltungen einfallen lassen, um den runden 100jährigen Geburtstag entsprechend zu feiern und zu würdigen. Im Juni 2022 führte man einen Jubiläumsempfang mit Vereinsvertretern und geladenen Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit anschließendem Jubiläumskonzert mit repräsentativen Chören des Chorverbandes im Bürgerhaus Wirges durch. Der Folgetag stand im Umfeld des Bürgerhauses als Familientag ganz im Zeichen von Chorpräsentationen von Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchören und dem gemütlichen Zusammenkommen in familiärer Atmosphäre. Im November 2022 fand in der ev. Kirche in Kirburg ein tolles Kirchenkonzert statt. Der Juni 2023 stand ganz im Zeichen des 2. Westerwälder Chorfestes im Stöffelpark, bei dem wieder über 50 Chöre sich parallel auf 4 verschiedenen Bühnen präsentieren und der Besucherzuspruch noch wesentlich größer war, als beim 1. Westerwälder Chorfest, so dass die Parkmöglichkeiten im Stöffelpark an Ihre Grenzen stieß. Wieder ein toller Chor-Familientag mit bester Werbung für das Chorsingen und die Gemeinschaft der Chöre. Abgeschlossen wurden die Festaktivitäten zum 100jährigen Jubiläum mit dem Konzert von Maybebop, eines bekannten A-Capella-Quartett in der Stadthalle Ransbach-Baumbach, ein eindrucksvoller Abschluss der Veranstaltungsaktivitäten zum 100jährigen Bestehen des Chorverbandes Westerwald.

Teile des Vorstandes des Chorverbandes Westerwald zusammen mit Maybepop nach dem Konzert im September 2023 anlässlich des 100jährigen Jubiläums
Auch neben diesen Veranstaltungen hatte der Chorverband Westerwald neue Ideen, um Kinder an das Chorsingen heranzuführen. Mit dem Projekt „Chorklassen“ wurde eine Maßnahme geboren, bei dem Chorleiter wöchentlich in Grundschulen gehen und dort aktiv mit den Kindern singen. Ich Vorfeld hatte der Chorverband in Zusammenarbeit mit dem Westerwaldkreis eine Umfrage bei den Grundschulen des Westerwaldes durchgeführt, welche Grundschulen Interesse an dieser Kooperation haben. Über 20 Grundschulen haben hier Interesse gezeigt und wurden in den Schuljahren nach Beendigung der Corona-Krise in der Chorklassen-Projekt eingebunden. Flankiert wurde dieses Projekt mit einer Ausbildungsmaßnahme des Chorverbandes, im der sich Grundschul-Leher*innen durch Chorleiter entsprechend qualifizieren konnten, wie man kindgerecht mit den Kindern aktiv singt. Ein tolles Gesamtprojekt des Chorverbandes, das auch über den Westerwald hinaus bereits Nachahmer gefunden hat. 2026 konnte der Chorverband Westerwald ein Novum verzeichnen. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wurde die Vereinsleitung in weibliche Hände gegeben. Dr. Tanja Machalet, Meudt-Dahlen, übernahm von Alfred Labonte die Verbandsleitung. Mit ihr gewinnt der Chorverband eine die sehr engagiert Streiterin für die Sache des Chorgesangs, die beste Verbindungen zu vielen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern hat, die sicherlich dem Chorgesang im Westerwald und der Verbandsarbeit im Chorverband Westerwald zugutekommen werden.

Wahl Dr. Tanja Machalet zur neuen Verbandsleitung des Chorverbandes Westerwald beim Verbandstag am 01.03.2026 in Hattert
v.l.n.r Katharina Kühn, Paul Heusinger, Melanie Mingebach, Claudia Hartenstein, Mario Siry, Oliver Schmidt, Dr. Tanja Machalet, Lothar Riebel, Alfred Labonte (Ehrenvorsitzender), Raimund Schäfer
